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Register statt Siegel

Konzession und Lizenz sind nicht dasselbe

Die österreichische Konzession und eine Lizenz aus Curaçao oder Malta sind zwei verschiedene Dinge mit zwei verschiedenen Absicherungen — und beide kannst du in einem öffentlichen Register selbst nachschlagen.

Aktualisiert Redaktion: Johanna Reutter

Zwei Wörter, die verschiedene Dinge meinen

Auf Vergleichsseiten stehen beide Begriffe durcheinander, meist im selben Satz. Das ist kein Zufall, denn die Verwechslung nützt: „lizenziert und reguliert“ klingt nach österreichischer Aufsicht, auch wenn damit ein Register auf einer Karibikinsel gemeint ist.

Welche Rolle dieser Unterschied für die einzelnen Seiten hier spielt, ordnet Krypto Casino Österreich ein.

Wir halten die Wörter auseinander. Konzession ist das, was das österreichische Glücksspielgesetz vergibt. Lizenz ist das, was Curaçao, Malta oder eine andere Jurisdiktion vergibt. Der Unterschied liegt nicht im Klang, sondern darin, wer im Ernstfall wem gegenübersteht.

Zwei Spalten nebeneinander: die österreichische Konzession und eine Lizenz aus dem Ausland, verglichen nach Vergabestelle, Anzahl, Aufsicht, Register und Ablaufdatum

Die Konzession vergibt das Finanzamt Österreich nach § 14 GSpG, und solange eine aufrecht ist, darf keine zweite erteilt werden. Eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder Anjouan ist etwas anderes: ein anderer Vergeber, eine andere Aufsicht, ein anderes Register. Nachschlagen lässt sich beides, und genau das ist der Unterschied zum Siegel im Fußzeilenbereich.

Was hinter der österreichischen Konzession steht

Vergeben wird sie nach § 14 GSpG: Das Gesetz räumt dem Finanzamt Österreich die Befugnis ein, das Recht zur Durchführung von Ausspielungen nach den §§ 6 bis 12b im Weg einer Konzession zu übertragen. Dieselbe Behörde, konkret die Dienststelle für Sonderzuständigkeiten, führt laut BMF seit 1. Jänner 2021 auch die Aufsicht über das konzessionierte Glücksspiel.

Drei Dinge stehen im selben Paragrafen und beschreiben die Bauart dieser Konzession besser als jede Werbeaussage:

Es gibt nur eine. Nach Abs. 1 darf keine zweite Konzession vergeben werden, solange die bestehende in Kraft ist.

Sie ist befristet. Auf längstens fünfzehn Jahre.

Sie ist mit Kapital unterlegt. Mindestens 109 Millionen Euro an eingezahltem Stamm- oder Grundkapital muss die Gesellschaft dafür nachweisen.

Wer sie hält, findet sich im offiziellen Verzeichnis der Bundeskonzessionäre unter bmf.gv.at: die Österreichische Lotterien GmbH, für elektronische Lotterien auf win2day.at, mit Ablauf 30. September 2027. Was daraus für alle anderen Anbieter folgt und was gerade im Parlament liegt, steht auf der Seite zur Rechtslage.

Was hinter einer Offshore-Lizenz steht

Eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder Anjouan ist eine Erlaubnis nach dem Recht des ausstellenden Landes, verbunden mit dessen Anforderungen an Gesellschaft, Auszahlungsverfahren und Beschwerdewege. Sie ist nicht wertlos — sie ist etwas anderes. Sie sagt nichts über Österreich, und sie ersetzt keine Konzession, die es kein zweites Mal gibt.

Was sie dir praktisch bringt, ist ein Adressat: eine Behörde, an die eine Beschwerde gehen kann, und ein Register, in dem nachprüfbar steht, ob ein bestimmter Anbieter überhaupt darunter fällt. Genau das solltest du benutzen, statt dem Siegel im Fußzeilenbereich zu glauben.

Eine Tabelle mit sechs nummerierten Prüfungen und dem jeweils schlechten Befund daneben

Erst der Registereintrag, dann der Halter der Gesellschaft. Danach die Auszahlungsregeln und die Limits, zuletzt der Kundendienst und die Beschwerdegeschichte. Die Reihenfolge ist nach Aufwand und Trennschärfe sortiert: die ersten beiden dauern zusammen wenige Minuten und sortieren den größten Teil aus.

So prüfst du eine Curaçao-Lizenz

Die Curaçao Gaming Authority betreibt zwei Quellen, und du brauchst beide, weil sie einander widersprechen können.

Schritt eins — das Zertifikatsportal. Adresse: cert.cga.cw/search. Der Index läuft über Domains und Firmennamen, nicht über Lizenznummern. Du gibst also die Domain ein, unter der du tatsächlich spielst, nicht die Nummer aus dem Fußzeilenbereich.

Schritt zwei — das Ergebnis lesen. Ein Treffer führt auf ein „Certificate of Operation“ mit Firma, Firmennummer, Lizenznummer, Ausstellungsdatum und aktuellem Status. Drei Antworten sind möglich und bedeuten Verschiedenes: ein aktives Zertifikat, ein Zertifikat mit dem Vermerk Revoked — die Lizenz wurde entzogen — oder die Auskunft, dass diese Domain aus dem Register entfernt wurde. Die dritte Antwort ist die unauffälligste und die aussagekräftigste: das Siegel auf der Seite kann dann längst dort stehen, während die Abdeckung weg ist.

Schritt drei — das PDF-Register gegenlesen. Über cga.cw wird zusätzlich eine Liste als PDF veröffentlicht, mit Nummer, Firma, B2B oder B2C, Firmennummer, Ausstellungs- und Ablaufdatum sowie Status. Eine Spalte für Domains hat diese Liste nicht.

Schritt vier — die Widersprüche ernst nehmen. Für dieselben Lizenznummern kann das Portal einen aktiven Status zeigen und das PDF gleichzeitig eine laufende Überprüfung samt bereits vergangenem Ablaufdatum. Verlässlich deckungsgleich sind vor allem die Firmennummern. Daraus folgt eine Regel, die wir auf dieser Seite konsequent anwenden: „Lizenz geprüft“ ohne Angabe, welches der beiden Register wann geöffnet wurde, ist keine Angabe.

Für Anjouan gibt es ein eigenes öffentliches Register unter anjouangaming.com, das immerhin die abgedeckten Domains mitführt. Auch dort lohnt der Blick auf das Ablaufdatum neben dem Status, denn beide erzählen nicht immer dieselbe Geschichte.

So prüfst du eine Malta-Lizenz

Die Malta Gaming Authority führt ihr Register unter mga.org.mt/licensee-hub/licensee-register/. Gesucht wird dort nach Firmenname, Status, URL oder Art der Gaming Service — die Suche nach der URL ist die, die dich interessiert, weil sie dieselbe Frage beantwortet wie das Curaçao-Portal: Ist genau diese Domain abgedeckt?

Die MGA führt daneben ein Enforcement Register mit den ergriffenen Maßnahmen. Das ist der zweite Blick, der sich lohnt: Eine gültige Lizenz und ein Eintrag im Enforcement Register schließen einander nicht aus.

Was „Lizenz entzogen“ bedeutet — und was das Siegel nicht beweist

Ein Entzug ist kein Formfehler. Er heißt, dass der Regulator die Erlaubnis beendet hat; die Gesellschaft kann weiter Server betreiben und weiter Einzahlungen annehmen, nur eben ohne die Abdeckung, mit der sie wirbt. Zwischen Entzug und der Änderung im Fußzeilenbereich einer Website liegt niemand außer dem Anbieter selbst.

Deshalb der wichtigste Satz dieser Seite: Das Siegel im Fußzeilenbereich ist ein Bild. Es ist keine Abfrage, es aktualisiert sich nicht, und es sagt nur aus, was jemand dort hingestellt hat. Beweiskraft hat allein das, was im Register des Regulators selbst steht, zusammen mit dem Tag, an dem du dort nachgesehen hast. Zwei Minuten, dieselben zwei Minuten, die auch für die Prüfschritte bei einem Anbieter und für die nachrechenbare Fairness eines Spiels gelten.

Was hier nicht feststeht

Wir behaupten nicht, dass eine bestimmte Lizenz heute gültig ist. Registerstände ändern sich, und ein Satz auf einer Textseite kann das nicht abbilden — deshalb stehen hier die Adressen der Register und nicht deren Inhalt. Ebenso wenig behaupten wir, welche Anforderungen eine Behörde vor der Ausstellung tatsächlich prüft; die veröffentlichten Regelwerke der einzelnen Jurisdiktionen haben wir dafür nicht durchgearbeitet. Wie wir solche Lücken kennzeichnen, steht in der Methodik.

Wie sich der Unterschied auf die übrigen Felder auswirkt, die ein Spieler selbst prüfen kann, steht auf Krypto Casino in Österreich.